Donnerstag, 9. April 2015

Lady Gwendolyn

Nun war das kreative Feuer entfacht und ich habe die nächste Herausforderung ausprobiert: "Needle sculpting" ! Ich finde keine vernünftige Übersetzung für den Begriff, aber es bedeutet, das Gesicht nicht nur zu bemalen, sondern mit hilfe von stabilem Faden und langen Puppennadeln dem Gesicht Form zu geben - einen Ansatz von Profil durch Modellieren der Nase, Vertiefungen um Mund und Augen, die das Gesicht plastischer machen.


Die Dame hat einen etwas blasierten Ausdruck  mit ihrem Augenaufschlag und wollte auf jeden Fall standesbewusst ausgestattet werden!



Daher habe ich einen dezent gemusterten Batikstoff für Arme und Beine ausgewählt und die weitere Garderobe Ton-in-Ton gehalten, auch abgestimmt auf die Haarfarbe.



 Sie hat noch einen applizierten Busen bekommen und dann begann der Spaß der Kostümierung




Ein Rock in drei Schichten und eine Corsage


Ein tailliertes Jäckchen mit bestickten Spitzenärmeln
et voilà


Lady Gwendolyn ist fertig!




inklusive frisierten Locken und antikem Kopfschmuck mit Ohrgehängen!

Mittwoch, 8. April 2015

Die erste Puppe mit bemaltem Gesicht

Nun war es soweit: den Kopf hatte ich schon länger in der Schublade liegen - jetzt wollte ich eine ganze Puppe draus machen. Ich verwendete einen Schnitt von Jan Horrox aus ihrem Buch: Introduction to Cloth Doll Making. Ich hatte ihre Puppen 2010 auf der Knitting and Stitching Show in London gesehen und mir damals schon Material dafür eingekauft: Fineliner fürs Gesicht und Puppenhaare.

Arme und Beine sind mit Hilfe von Knöpfen am Körper befestigt, die Gelenke abgebunden. Für Kopf, Dekolleté und Hände habe ich handgefärbten Popeline  verwendet, für die angezogenen Körperpartien selbstbemalten Seiden-Ramiestoff in Blaugrün-Tönen, dazu passend rote Haare.
Das gab der Puppe einen leicht irischen Touch, ein bisschen russisch wirkte das breite Gesicht auch - daher der Name:

Natascha O'Malley


Sie hat noch etwas Haarschmuck bekommen, ein Röckchen aus einem bemalten Seidenrest und ein Bolero sowie ein paar Zierbänder um die Füße.



Gesichter

Im Oktober 2012 habe ich ein paar Gesichtsstudien gemacht, um die Proportionen zwischen Augen, Nase und Mund zu üben, Highlights und Schatten eingefügt, damit sie plastisch wirken. Als Vorübung für bemalte "Clothdolls", Puppen aus Stoff.





 mit Aquarellfarbstiften  auf Stoff gemalt


Ich habe dafür in verschiedenen Büchern zum Thema gestöbert: bei Patti Medaris Culea, Jan Horrox beispielsweise, die Bücher und Videos für die Herstellung von Clothdolls verfasst haben.



Ein weiterer Engel

Im September 2012 habe ich noch einen dicken Tilda-Engel gefertigt, diesmal mit Flügeln. Er hat auch einen Auftrag bekommen, nämlich meine an Krebs erkrankte Freundin Amita  durch die schwere Zeit im Krankenhaus zu begleiten.


Schutzengel



Ich habe mich wieder an ein Tilda-Modell gehalten ( aus Tildas Sommerhaus) und wollte den Engel bei aller Fülle ganz zart und rosa haben. So hab ich selbstgefärbten Baumwolldamast für die Hose und die Corsage verwendet  und einen farblich passenden Spitzenrest für das Kleidchen.



 

Entwicklungen

Meine Güte - mein Puppenprojekt war jetzt fast 5 Jahre "undercover"! Es wird Zeit, zu zeigen, was aus den bescheidenen Anfängen geworden ist. Zwischen den kreativen Phasen gab es lange Pausen - das Leben ist einfach voll!! Damals habe ich die erste Begeisterung dafür verspürt, figurativ zu arbeiten, nach einer langjährigen Beschäftigung mit Quilts und abstraktem Design. Ein kindlicher Beginn - das ist gar nicht schlecht, wenn man eine neue Route erkunden will - mit dem eigenen Spieltrieb gehen.
Ich will meinen Weg einfach mal nachzeichnen.

Die nächste Station:

SERAFINA

 September 2012


Mein Tilda-Engel ohne Flügel wollte lieber eine Prinzessin werden!
Ihren Spitzenüberrock hat sie erst im September 2012 bekommen, ebenso wie die schwarzen Schuhe. Den Spitzenstoff und die Abschlussbordüre habe ich in einem Fabrikverkauf in St. Gallen gefunden.